Aware Dance Culture

Wir, der Verein Aware Dance Culture (ADC), setzen uns für eine positive und nachhaltige Party- und Nightlifekultur ein. Wir möchten auf kreative Weise und mit kulturellem Elan Partygänger*innen erreichen und ihnen aufzeigen, welche Risiken im Nachtleben vorhanden sein können.

Aware Dance Culture

Wir, der Verein Aware Dance Culture (ADC), setzen uns für eine positive und nachhaltige Party- und Nightlifekultur ein. Wir möchten auf kreative Weise und mit kulturellem Elan Partygänger*innen erreichen und ihnen aufzeigen, welche Risiken im Nachtleben vorhanden sein können. Unser Engagement gilt einem risikoarmen, bewussten und eigenverantwortlichen Umgang mit Partydrogen inklusive Alkohol, ohne dabei eine wertende Haltung gegenüber vorliegendem Konsum einzunehmen.

Der Verein ADC ist ein fester Bestandteil der Berner Partyszene und identifiziert sich stark mit den kreativen Kräften hinter dem Berner Nachtleben.

 
Neben Aktivitäten im kulturellen Bereich sind wir hauptsächlich vor Ort an Partys unterwegs und stehen mit Rat und Tat, vielfältigem Informations- und Präventionsmaterial bereit. Ziel ist die Sensibilisierung und Aufklärung der Partygänger*innen hinsichtlich Wirkung, Zusammensetzung und möglichen Risiken verschiedener psychoaktiver Substanzen – dies durch die Gestaltung eines szenennahen und präventiven Angebots.
 
Die Haltung von ADC zum Konsum von psychoaktiven Substanzen lautet: Es gibt keinen Drogenkonsum ohne Risiko und es ist immer besser ganz auf den Konsum zu verzichten! Wer sich trotzdem für den Konsum von Drogen entscheidet, dem raten wir, sich sehr genau über die Risiken und Schäden zu informieren, die Safer Use Regeln zu beachten und sich professionell beraten zu lassen.

Unser Angebot

Das modulare Angebot von ADC reicht von einfachen Informationsaktionen bis hin zu
ganzheitlichen Interventionen mit Chill-out Zelt, Informationsstand, Beratung und
Betreuung vor Ort an Partys. Die Interventionen werden jeweils in Absprache mit den
Veranstaltenden und je nach Club oder Event angepasst. ADC legt grossen Wert auf
Vernetzungsarbeit und Weitervermittlung in den Bereichen Safer Use, Safer Sex und
Safer Party. Das Angebot von ADC beinhaltet im Wesentlichen die folgenden Punkte:

· Präsenz an Partys und Events mit attraktivem und szenennahem Präventionsangebot
· Betreutes Chill-out Zelt an Partys mit Rückzugsmöglichkeit
· Kompetente Information, Beratung und Betreuung vor Ort an Partys
· Verteilen von Informations- und Präventionsmaterial zu Safer Use, Safer Sniffing,
Safer Sex und Safer Party
· Abgabe von Kondomen und Ohropax
· Abgabe von Traubenzucker, Früchten, Trinkwasser, etc.
· Kontakte und kulturelle Projekte für junge PartygängerInnen
· Weiterbildungen für Fachpersonal

Keinesfalls agiert ADC als Kontrollorgan oder nimmt eine wertende Haltung ein, ebenfalls
übernimmt ADC keine eigentliche Sanitätsfunktion an Partys.

Es war einmal... Rave it Safe

Was ist los?

Das Thema Rausch beschäftigt die Gesellschaft schon seit Urzeiten und ist heute, gerade in der Schweiz, zu einem Diskussionsspielball zwischen Gesundheitspolitik, Moral und Repression geworden. Süchtige sind krank und bekommen ärztliche Hilfe, gesunde Menschen sollten sich am besten sowieso nicht berauschen und  gesund bleiben. 
Kommen wir zur Gretchenfrage: Wie haben wir es mit der Realität?
Die meisten Menschen, die sich gelegentlich mit illegalen Substanzen berauschen, sind gut in die Gesellschaft integriert und sehen den Rausch als Teil eines Abschnittes in ihrem Leben. Im Bereich des Party- und Freizeitdrogenkonsums wurde die Thematik in dieser Weise erkannt und aus sozialen Bewegungen in Technoszene wurden staatlich finanzierte Angebote zur Schadensminderung, die dazu dienen sollten, dass Konsumierende möglichst risikoarm diesen Lebensabschnitt bestreiten und Leute, die Hilfe suchen, diese auch erhalten. 
 

Was ist das Problem?

Dank der idealistischen Arbeit einer Hand voller Personen, die sich selber in der Partyszene bewegten, konnten diese Angebote immer weiter ausgebaut werden und gewannen damit zunehmend an Relevanz. Die leitenden Personen, „über“ den Angeboten, wollten sich mit diesen Leistungen bei der Gesundheits- und Fürsorgedirektion Bern brüsten und noch mehr Geld für noch mehr erreichte Personen in ihrem Budget sichern. Somit entfremdete sich die Arbeit von ihrem eigentlichen Zweck und die Qualität der Leistungen war kaum noch von Interesse. Gleichzeitig wurden von den leitenden Personen strategische Entscheidungen gefällt, die unternehmerische Ziele dem Zweck der Nightlifearbeit vorzogen. Die Expertinnen und Experten, welche die Arbeit im Feld ausführen, wurden bei diesen Entscheidungen aussen vor gelassen.
 
Was sind die Konsequenzen?
Im Fall von Bern kündigte das ganze Team des Nightlifeangebots „Rave it Safe“ der Stiftung CONTACT auf Ende September 2018 nach einem langen Kampf ihre Stellen bei der Stiftung und suchen nun neue Wege, sich der Thematik anzunehmen. Somit werden sich in Bern bekannte Gesichter nun vorerst ehrenamtlich für eine positive Partykultur, den Menschen dahinter und ihren Herausforderungen widmen. Auch wenn die Ausgangslage sich durch diesen Schritt geändert hat, ergeben sich neue Möglichkeiten mit mehr Potential für unsere Arbeit.

Was machen wir daraus?
Die bisher in diesem Arbeitsfeld aktiven Menschen, sei dies als ehemals Professionelle oder als Peers des Vereins ADC, haben entschieden, dass sie im nächsten Jahr sechs Club Einsätze machen möchten – dies unter dem national tätigen Konstrukt "Safer Dance Swiss", welches seit 2012 in der ganzen Schweiz Nightlife-Aufklärungsarbeit anbietet. Klar ist auch, dass der Verein ADC auch ohne Leistungsvertrag mit der Stiftung CONTACT weiter existiert, sich für eine pragmatische Aufklärung im Nachtleben einsetzt und dabei personelle wie auch ideelle Ressourcen und Kompetenzen zur Verfügung stellt.
Um finanzielle Unterstützung sowie neue Partnerschaften in der Arbeit im Bereich der Schadensminderung zu Partydrogen, wäre der Verein sehr froh.

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